Scheunentrio

Der Bebauungsplan stellte die Grundlage und den Ausgangspunkt für die Konzeptfindung dar. Dabei war als Hürde eine vorgeschriebene eingeschossige Bauweise zu berücksichtigen.
Die gegebenen Baufelder auf dem Grundstück waren in ihrer Dimension äußert gering und ließen kaum Spielraum zu.
Die Vorgaben des Bebauungsplans wurde inhaltlich erfüllt, aber innerhalb der Festsetzungen in einer eigenständigen Gestalt interpretiert.
Die Hauptorientierung der Gebäude wurde als Reaktion auf die Verkehrslage in Ost-West-Richtung geschaffen. Die zwischen den Gebäuden befindlichen Freiflächen wurden entsprechend der geforderten Abstandsfläche bemessen. Die Einfriedung durch Bepflanzung der Grundstücksgrenzen soll im Laufe der Jahre die Intimität der Grundstücke erreichen.

Reet war als Material der Dachfläche im Bebauungsplan vorgeschrieben. Dabei haben wir den Dachüberstand entfallen lassen und keine hohe Traufe ausgebildet, um die vorgeschriebene Abstandsfläche einhalten zu können. Eine Traufhöhe bei 4,50m ist als Abschluss eines Rohrdachs kaum denkbar, so dass die Weiterführung des Rohrs in die Fassade die konsequente Entscheidung darstellte. Diese Maßnahme wurde gestaltprägend für das Häusertrio.
Die Giebelseiten mit Ausrichtung nach Norden und zur Straße hingegen wurden mit einer Lochfassade ausgebildet. Diese wurde mit verschließbaren Schiebeläden als Sicht-, Sonnen- und Insektenschutz versehen.
Die Hauptöffnung des Gebäudes bilden die zweigeschossigen Glasfenster auf der Ost- und Westseite der Gebäude. Diese sind straßenabgewandt und als eine Loggia ausgebildet mit einem überdachten Außenbereich. Zwei große, schwarze Tore schließen die Loggia und geben den Häusern die Assoziation einer „Scheune“.
Über den Luftraum sind alle Räume des Hauses miteinander verbunden.
Er ist nur durch eine Verglasung von den Freianlagen getrennt und befindet sich als offener Raum zwischen den geschlossenen Volumen. In ihm ist die komplette Gebäudehöhe erfahrbar, denn die Treppenanlage ist lediglich wie eine Skulptur zwischen den Volumen der Schlafräume eingehängt.
Die Häuser versetzen die ökonomischen Raumaufteilungen mit der Großzügigkeit der Halle – die Essplatz, Eingang, Treppe und Flur zugleich ist- in eine räumliche Spannung und verleihen den Häusern ihre Einzigartigkeit.

Projektdaten

Standort Prerow
Baujahr 2013
Nutzfläche je 135,4m²
Bauherr gewerblich
Leistungsphasen 1-8 Entwurf / Ausführungsplanung / Bauüberwachung
(Elektroplanung, Innenausbau, Freianlagen)